Rahmenprogramm im Modul 3 zeigt Prozessabwicklung in der Luftfahrt
"Der Flughafen München präsentiert sich als nördlichster Flughafen Italiens" - viele Destinations Italiens sind via München zu erreichen - und ist zudem "Europas bester Airport laut dem World Airport Award". München präsentiert sich als Drehkreuz vieler nationaler und internationaler Fluggesellschaften und schafft mit der Minimum Changing Time von 35 Minuten - also der kürzest möglichen Umsteigezeit von einem Flug zum nächsten - einen Wettbewerbsvorteil, der im Spitzenfeld aller Flughäfen weltweit platziert ist. "Der Flughafen München ist bestrebt diese Spitzenposition konsequent auszubauen. Neben infrastrukturellen Maßnahmen wie einem dritten Terminal-Gewerk und einer möglichen dritten Start- und Landebahn sind strategische Partnerschaften mit weiteren Fluggesellschaften in Planung," so
Jörg Westermair, Leitung Operations und Services IT, der uns als Student des MBA General Management diesen Besuch ermöglicht hat.
Betreiber ist die Flughafen München GmbH mit den Eigentümern Freistaat Bayern (51%), die Bundesrepublik Deutschland (26%) und die Landeshauptstadt München (23%). Im Jahr 2009 wurden 32,7 Mio. Passagiere befördert - eine Verdreifachung der Passagierzahlen seit 1995, ermöglicht durch das Projekt Terminal 2 inklusive der notwendigen Prozessoptimierungen. Dabei wird ein Umsatz von über 1 Milliarde Euro erzielt: Der Aviation-Bereich (Erträge aus der Luftfahrt) erzielte 551 Mio., der Non-Aviation Bereich 493 Mio. (Erträge aus Mieten, Pachten usw.).
Harald Ranner, Leiter Systementwicklung Luftverkehr zeigt anschließend die wesentlichen Prozessabwicklungen am Flughafen München. Vier Hauptprozesse - Passagiere, Gepäck, Flugzeuge und Fracht - werden samt den entsprechenden Sub-Prozessen abgewickelt. Eine komplexe IT-Struktur im Hintergrund sorgt für den reibungslosen Ablauf.
Detaillierter werden die Prozesse dann am Beispiel Landung-Start eines Passagier-Flugzeugs dargestellt: 88 Prozesse von der Planung des Flugs über die Übernahme des Flugzeugs durch die Luftraumüberwachung 30 Meilen vor dem Flughafen über Aktivierung des Bodenpersonals bis zur Meldung "Plane in Position" laufen teils von selbst, teilweise ausgelöst durch entsprechende Signale oder Eingaben ab. Reinigung, Betanken und Sicherheitschecks bereiten nach dem Gepäck-Ausladen und dem Verlassen der Passagiere schon wieder den folgenden Start vor. Gesteuert werden alle Prozesse im Hub Controlling Center: hier werden alle Daten aus den Prozessen überwacht und gegebenenfalls korrigiert.
Die Gepäckssortierung ist am Flughafen München ein logistisches Meisterwerk: An die 120.000 Stück Gepäck werden täglich bewegt. Logistik und das Transportsystem suchen seinesgleichen. 42 Kilometer Transport-Förderbänder bewegen in einem durchdachten Sensor-System Transportschalen, die mit dem jeweiligen Gepäckstück "verheiratet" werden und diese vollautomatisch an den entsprechenden Bestimmungspunkt in der Logistikanlage transportieren. Nur so kann der Aufwand effizient und sicher bewältigt werden. Die Steuerzentrale der Gepäcklogistik ist von wenigen MitarbeiterInnen besetzt, die vor zig Monitoren und riesigen Videowalls die Prozesse überwachen und jederzeit über Standort der Gepäcksstücke Auskunft geben können. Nicht umsonst hat der Flughafen München mit diesem System den Deutschen Logistik-Preis im E-Logistik-Bereich gewonnen und gilt als Modell für viele andere nationale und internationale Flughäfen.
Abgeschlossen wurde der lohnende Nachmittag im Airbräu - die Flughafen Brauerei liegt zentral am Ecentpark des Flughafens München.
Einziger Wehrmutstropfen des dichten Rahmenprogramms: Der Stau am Hirschenberg und damit eine Verzögerung der Heimreise um über 2 Stunden - Alles ist halt doch nicht steuerbar.
Herzlichen Dank für die Möglichkeit, Einblicke in Bereiche des Flughafens zu bekommen, die sonst Privatpersonen verschlossen bleiben!










