Land, Republik, Universität, Wüstenrot und Schweizer Managementzentrum St. Gallen gründen Gesellschaft LH/Salzburg Management GmbH. University of Sbg. Business School
Salzburg wird schon bald Sitz einer in Österreich einzigartigen Business School sein, die sowohl eine hochkarätige internationale Top-Management-Ausbildung anbieten als auch regionale Bedürfnisse im Managementbereich abdecken wird. Das erklärte heute, Mittwoch, 21. März, Landeshauptmann Dr. Franz Schausberger in einem Informationsgespräch. Voraussetzung dafür ist die Gründung der "Salzburg Management GmbH. University of Salzburg Business School", die kurz bevorsteht. Gesellschafter werden die Republik Österreich, Land, Universität, Bausparkasse Wüstenrot Österreich und das Schweizer Managementzentrum St. Gallen sein. Nach der Unterzeichnung des Gesellschaftsvertrages könnte bereits Anfang April der Startschuss für die internationale Business School fallen. Die Bestrebungen, in Salzburg eine Business School einzurichten, gehen bis in das Jahr 1987 zurück. Landeshauptmann Dr. Franz Schausberger hat diese Initiative vor zwei Jahren erneut aufgegriffen und die Präsidialabteilung gemeinsam mit der Verwaltungsakademie des Landes mit den notwendigen organisatorischen Vorarbeiten beauftragt. Durch das intensive gemeinsame Engagement von Land, Republik, Universität, Wüstenrot und Managementzentrum St. Gallen steht das Projekt nun vor der Realisierung. Die Einrichtung einer derartigen Business School mit Sitz in Salzburg stellt für Österreich ein Novum dar, freut sich Landeshauptmann Schausberger.
Universitätsstandort wird noch attraktiver
Salzburg verfüge mit der Paris-Lodron-Universität, der Universität Mozarteum sowie mit den bestehenden Fachhochschullehrgängen und den Tourismusschulen über ausgezeichnete Voraussetzungen für Wissenschaft, Forschung und Ausbildung. Mit der neuen Business School werde der Universitätsstandort Salzburg aber noch attraktiver werden, insbesondere auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften, erklärte Schausberger. Die Business School eröffne der Universität den Aufbau eines völlig neuen Standbeines und innovative Entwicklungsmöglichkeiten. So könne die Universität neben der Stärkung ihrer bewährten Schwerpunkte auch die Ausrichtung auf neue Berufsfelder forcieren, um damit der Konkurrenz unter den österreichischen Universitäten noch besser gewachsen zu sein.
Hochkarätiges Ausbildungsangebot
Aufgabe der "Salzburg Management GmbH. University of Salzburg Business School" wird es sein, ein Management-Zentrum zu errichten und zu betreiben, das seine Schwerpunkte auf die gehobene Management-Ausbildung und die Durchführung von postgraduellen Ausbildungsprogrammen und Universitätslehrgängen in Kooperation mit der Universität Salzburg und ihren Einrichtungen setzt. Dabei will man mit Management-Kapazitäten aus dem In- und Ausland kooperieren und internationale Verbindungen aufbauen. Es sollen auch akademische Grade nach erfolgreichem Studienabschluss verliehen werden können. Produkte und Leistungen sollen angeboten werden, die regional, überregional und international noch gar nicht oder nur mit großem Aufwand zu erhalten sind. Konkret wird das hochkarätige Ausbildungsangebot der neuen Business School, mit dem im Herbst 2001 gestartet werden soll, unter anderem folgende Programme umfassen:
Internationale MBA-Programme , wie zum Beispiel die Ausbildung zum "Executive Master for Public Management and Administration", eine postgraduelle berufsbegleitende Eliteausbildung für öffentlich Bedienstete. So sollen erstmals öffentlich Bedienstete die Chance für eine Masterausbildung erhalten. Damit kann ein Qualitätssprung in der Ausbildung der Spitzenbeamten einhergehen. Angeboten wird weiters eine weltweit einzigartige MBA-Ausbildung für Tourismus, die in Zusammenarbeit mit den Tourismusschulen Kleßheim durchgeführt werden soll und künftige Führungskräfte im Tourismus ansprechen soll. Geplant ist auch eine MBA-Ausbildung für Kunst- und Kulturmanagement. Generell werden in Salzburg spezifische MBA-Ausbildungsprogramme angeboten werden. Postgraduelle Universitätslehrgänge, beispielweise für Wirtschaftsjuristen, General Management oder für öffentliches Gesundheitswesen. Internationale und regionale Tagungen, Symposien, Seminare und Workshops zu Managementthemen. Auftragsforschung im Managementbereich.
Geringe Investitionskosten
Für die Gründung des Management-Zentrums wählte man die Form der Private-Public-Partnership: die öffentliche Hand gründet mit Partnern aus der Wirtschaft ein gemeinsames Unternehmen; in dieser Konstellation in Österreich ein Novum. Vor allem auch deswegen, weil sich die Republik Österreich als Gesellschafter mit einbringt. Damit kann die Top-Ausbildung der Führungskräfte des Bundes künftig in Salzburg angeboten werden. Die neue Gesellschaft wird ohne Subventionen rein nach kaufmännischen Gesichtspunkten geführt werden. Die Investitionskosten will man gering halten und in personeller und räumlicher Hinsicht auf bestehende Ressourcen zurückgreifen. So soll vorab mit vier Mitarbeiter/innen in der Geschäftsführung, die ihren Sitz in der Innenstadt haben wird, gestartet werden. Entsprechend den unterschiedlichen Kurs- und Tagungsangeboten wird auch auf verschiedene bestehende Raumangebote zurückgegriffen, etwa auf Schloss Leopoldskron, Schloss Fuschl, das Kongresshaus, Universitätsräumlichkeiten oder entsprechende Landesbildungszentren. Eine derartig schlanke Struktur wird ausreichend sein, weil man entsprechend den Projekten und Produkten auf externes Know how zurückgreifen will. Die Organisationsstruktur der Gesellschaft sieht zwei Beiräte, einen Management-Beirat und einen Wissenschaftlichen Beirat , vor.
Qualität des Wirtschaftsstandortes Salzburg
Für Landeshauptmann Schausberger ist die Einrichtung einer derartigen Business School ein wesentlichen Faktor, um die Qualität des Wirtschaftsstandortes Salzburg im internationalen und europäischen Wettbewerb noch weiter auszubauen und um Salzburg weiterhin als eine der wirtschaftlich attraktivsten Investitionsregionen Europas zu positionieren. Denn Wissenschaft und Forschung, Innovation, Aus- und Weiterbildung sowie die gezielte Förderung der Personalqualifikation zählen zu den Standortfaktoren einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik und zu den Säulen zukunftsorientierter Arbeitsmarktpolitik. Für Arbeitnehmer/innen, Unternehmen und für die Wirtschaftsregion insgesamt biete die Business School die einmalige Chance einer internationalen Qualifizierung im Wirtschafts- und Managementbereich, betonte Schausberger.
In diesem Zusammenhang erwähnte der Landeshauptmann, dass mehr Menschen als je zuvor Führungsaufgaben erfüllen und es kaum noch einen Beruf gebe, der nicht einen wachsenden Anteil an Managementaufgaben hätte. Management sei zu einer der wichtigsten Funktionen der modernen Gesellschaft geworden. Ziel unserer Politik müsse es sein, auch in diesem Bereich im Spitzenfeld Österreichs zu sein und zu den Besten in Europa zu gehören. Die Qualität der Aus- und Weiterbildung von Führungskräften aller gesellschaftlichen Bereiche - nicht nur der Wirtschaft - sei damit eine der Schlüsselgrößen für die Zukunftsgestaltung. Auch in der Verwaltung wolle das Land Salzburg verstärkt Managementgrundsätze etablieren. Die MBA-Ausbildung für öffentlich Bedienstete der Business School sei ein wesentlicher Schritt in diese Richtung.
Renommierte Partner
Abschließend hob Schausberger hervor, dass ein derart hochkarätiges Ausbildungsangebot nur mit dem Aufbau von Netzwerken und dem Eingehen von Partnerschaften möglich sei. So sei es auch sehr zu begrüßen, dass mit dem Managementzentrum St. Gallen eine der bekanntesten europäischen Beratungsfirmen, die Management-Kaderschmiede der Schweiz, mit zu den Gesellschaftern der "Salzburg Management GmbH" gehören werde. Der Vorstandspräsident des Managementzentrums, Univ.-Prof. Dr. Fredmund Malik, hat das Projekt der Salzburger Business School von Anfang an unterstützt und wird nunmehr nicht nur als Gesellschafter, sondern auch als Mitglied des Management-Beirates sein Know-how einbringen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass sich die renommierte Beratungsfirma in Salzburg erstmals an einem Unternehmen außerhalb ihres Konzerns beteiligt hat.
Medium: Landeskorrespondenz LK 21.03.2001










