Welche Ansätze Red Bull mit Corporate Social Responsibility verbindet und wie sich unterschiedliche Projekte von Red Bull entwickeln, darüber sprach Rudolf Theierl, Head of Charity and Non-Profit Activities, zu den Studierenden der SMBS
Mit ca. 4 Milliarden verkauften Dosen 2007 und weltweit ca. 3.000 Mitarbeitern ist das im Jahr 1987 gegründete Unternehmen ein "Absatzkaiser", bei Produktivität und Umsatzrentabilität unter den Besten der Besten. Immer wieder sorgt Red Bull für neue Superlativen und Rekorde im Bereich des Sports. Dass ein derartiges Unternehmen aber auch einen eigenen Bereich für Corporate Social Responsibility (CSR) pflegt und eine ganze Reihe an erfolgreichen Engagements im sozial- und gesellschaftspolitischen Bereich aufweisen kann, überraschte vielleicht doch so manchen MBA-Studierenden im Rahmen des kürzlich von Red-Bull-Prokurist Rudolf Theierl gehaltenen Gastvortrages an der SMBS.
Theierl, bei Mateschitz seit Unternehmensgründung 1987 mit an Bord, zeichnet heute bei Red Bull als Head of Charity and Non-Profit Activities für soziale und gesellschaftspolitische Engagements verantwortlich. "Die Philosophie von Corporate Social Responsibility gliedert sich in zwei Denkschulen", berichtet Theierl. Eine europäische, die vor allem im Unternehmen selbst entsprechende Akzente setzt, und eine amerikanische, gemäß der Firmen vor allem dann an die Gesellschaft denken und 'ihr etwas zurückgeben', wenn sie selbst Gewinne erzielen. Red Bull beschreitet immer stärker den amerikanischen Weg nach dem Motto: "give it back to society". "Jährlich investiert Red Bull mehr als 5 Millionen Euro in soziale und gesellschaftspolitische Projekte. So fördert Red Bull z.B. die Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg und rief die Stiftung "Wings for Life" sowie die "Mentor-Stiftung" ins Leben, um nur drei herausragende Engagements in einer langen Liste der von Red Bull getätigten CSR-Aktivitäten zu nennen", bemerkt Theierl.
Die "kleine, aber feine" (Theierl) Privatmedizinische Universität Paracelsus - wo heuer bereits die ersten Absolventen promovieren - nimmt seit Start des Lehrbetriebs im Herbst 2003 nur 42 Studenten pro Jahr auf, die bereitwillig 8.500 Euro Studiengebühr pro Jahr hinlegen. Durch die hohen Qualitätsansprüche der Mini-Uni kann sie beim Recruiting für Lehre und Forschung die besten Köpfe an sich binden. Red Bull verschafft dem kleinen brain-trust durch übernommene Ausfallshaftung sowie durch Marketing-Unterstützung jenen Spielraum, den Wissenschafter z.B. an den USA so schätzen.
Die Stiftung "Wings for Life" wiederum, 2004 aus Begegnungen Mateschitz' mit Motocross-Denkmal Heinz Kinigadner geboren, dessen Bruder und dessen Sohn wegen ihrer identischen Motorsportbegeisterung heute querschnittsgelähmt sind, will "Querschnittslähmung heilbar machen. Pharmariesen und öffentliche Hand tun hier wenig, weil beispielsweise Krebsbekämpfung von den Fallzahlen her ein viel vordringlicheres Anliegen ist - unsere Stiftung will hier zu zielführenden Ergebnissen gelangen, da auch jede (Sport-)Querschnittslähmung eine Tragödie zu viel ist", begründet Theierl in diesem Bereich die Übernahme von sämtlichen Gemeinkosten sowie Durchführung eines weltweiten Fundraising durch das Red Bull Netzwerk.
Auch die - vom schwedischen Königshaus 1996 initiierte - Mentor-Stiftung, als deren Österreich-Schrimherr Mateschitz seit 2003 fungiert, stiftet unschätzbaren gesellschaftlichen Nutzen, indem sie sich der Suchtprävention (Jugendlicher) verschrieben hat. Sie entspricht daher jenem Förderungswürdigkeits-Katalog, der Voraussetzung für Red-Bull-Geld für CSR-Anliegen ist: "An diesem Projekt sind mehr als 1.000 Schulen beteiligt und es wurden bereits mehr als 4.000 Lehrer geschult. Die gesamte Projektumsetzung muss professionell wie wir in unserem Kern-Business sein", erläuterte Theierl.
Natürlich gibt es für Red Bull noch einige Herausforderungen, "wir beschäftigen noch keinen Lehrlinge in unserem Unternehmen, jedoch werden wir in nächster Zeit auch Lehrplätze in unserem Unternehmen schaffen", so Theierl. Für ihn ist es wichtig, dass CSR nicht als Marketing-Instrument angesehen wird. Es werden in den laufenden Projekten keine Drucksorten hergestellt, die Red Bull erwähnen, ebenso wird auf keiner Website der Projekte das Unternehmen Red Bull erwähnt. "Wenn man überhaupt darüber spricht, dann im Rahmen solcher Veranstaltungen, bei denen man künftigen Entscheidungsträgern nahe legen möchte, sich für gesellschaftliche und soziale Projekte zu engagieren und darüber hinaus auch gleich präsentieren möchte, wie CSR funktionieren kann", versicherte Theierl.
Rudolf Theierl, der selbst diesen Bereich für Red Bull aufgebaut hat und auch pflegt, gab den Studierenden auf beeindruckende Weise die Botschaft mit, dass Red Bull nicht nur Flügel im absatzfördernden Bereich verleihe, sondern auch im Sinne von sozial und unternehmerisch verantwortungsvollem Handeln. Eine Botschaft, die sich an die 35 zukünftige ManagerInnen sicherlich mit auf den Heimweg genommen haben.










