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KR Spängler, KR Schmalz, Dr. Malik, Dr. Aumayr, Dr. Haslauer
Über 100 FamilienunternehmerInnen und Gäste beim ersten Family Business Kongress im Kavalierhaus Kleßheim

Eine hochkarätige Veranstaltung für Familienunternehmen von Family Business Network Österreich (FBN), Wirtschaftskammer Salzburg (WKS), SMBS und Medienpartner Wirtschaftsblatt.

Mag. Hans Pleininger als leitender Redakteur des Wirtschaftsblatts begrüßte und moderierte den ersten Family Business Kongress im würdigen Ambiente des Kavalierhaus Kleßheim, getragen von WKS, FBN und SMBS.

 



KR Julius Schmalz, WKS

KR Julius Schmalz als Präsident der Wirtschaftskammer Salzburg sieht in der heutigen Veranstaltung einen längst fälligen Startschuss für fruchtbare Bildungsprogramme für Familienunternehmen: Management-Angebote gibt es viele, aber keine, die den spezifischen Management-Bedürfnisse von Familienunternehmen Rechnung tragen. Gerade die Nachhaltigkeit, Wertehaltung und das hohe Verantwortungsbewusstsein gilt es zu berücksichtigen. Denn "Familienunternehmen sind Systemerhalter: Sie halten her und halten durch", zeigt sich KR Schmalz überzeugt.



KR Heinrich Spängler, FBN

KR Heinrich Spängler ist Präsident des Family Business Network Österreich und Auftraggeber für die Bildungskooperation mit der SMBS. Familienunternehmen prägen die wirtschaftliche Landschaft und schaffen einen Mehrwert an wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Stabilität durch Standorttreue und Langzeitorientierung. Das FBN unterstützt Familienunternehmen mittels Interessensvertretung, Forschungsaufträge und jetzt neu durch Ausbildungsprogramme. "Familienunternehmen haben bei gutem Management entscheidende Wettbewerbsvorteile und daher freuen wir uns auf diese neue universitäre Kooperation mit der SMBS." so KR Spängler.



Dr. Gerhard Aumayr

Der kfm. Geschäftsführer der SMBS, Dr. Gerhard Aumayr stellt im Anschluss die konzipierten Management-Programme speziell für Familienunternehmen vor: Ziel ist es passgenaue Management-Ausbildungen speziell für Familienunternehmen anzubieten - getragen von aktuellen Forschungsergebnissen des Forschungsinstituts für Familienunternehmen an der WU Wien sowie dem Center for Family Business der Hochschule St. Gallen.

  • Mit 2010 beginnt ein Universitätslehrgang speziell für Management in Familienunternehmen. Diese Ausbildung ist anrechenbar für den MBA General Management, der damit zu einem MBA mit Schwerpunkt Family Business wird.
  • Eine speziell konzipierte Seminarreihe in Zusammenarbeit mit dem Malik Management Zentrum St. Gallen deckt verschiedene Management-Schwerpunkte für Familienunternehmen ab.
  • Ein Kompetenzzentrum Coach, getragen von Dr. Wolf Maritsch steht als Angebot zur Lösung diverser Problemstellungen im Bereich von Familienunternehmen bereit.

Als Garant für die Management-Ausbildungen der SMBS als Business School der Universität Salzburg steht die langjährige Erfahrung der SMBS in der Ausbildung von Führungskräften und ManagerInnen. "Diese SMBS-Qualität der Management-Programme wird vielfach von AbsolventInnen geschätzt", so Dr. Aumayr.



Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer

Landeshauptmann-Stellvertreter und Wirtschaftsreferent Dr. Wilfried Haslauer lobt den präsentierten wissenschaftlichen Zugang zu Familienunternehmen und die professionelle Annäherung an Familienunternehmen. Die Stärke der Nachhaltigkeit und Langfristigkeit ist Gemeingut - die speziellen Konsequenzen an das Management und Finanz-Bilanzierung allerdings noch nicht wirklich. Familienmitglieder an den Schalthebeln der Unternehmungen entscheiden anders: Regionalität ist dabei ein wichtiger Faktor und dies oft trotz Kostennachteilen. Und soziale Bindungen zu MitarbeiterInnen stehen oft über Rationalisierungsgedanken - und das ist gut so.

"Familie ist ein Eingriff ins Privatleben", paraphrasiert Dr. Haslauer mit einem Zitat von Karl Krauss, "doch dieser Eingriff ist höchst notwendig als Gegenpol zum herrschenden Individualismus unserer Zeit. Familie ist damit Chance für ein gelebtes Geben und Nehmen."



Prof. Dr. Fredmund Malik
Nicht Geld regiert die Welt

Dr. Fredmund Malik, Malik Management Zentrum St. Gallen

"Wir haben heute die besten Wirtschaftsökonomen der Welt - und trotzdem die Wirtschaftskrise." Dr. Malik beginnt recht provokant seinen Input am ersten Kongress für Familienunternehmen im Kavalierhaus, Kleßheim. Sein Schluss: offenbar sind nicht ökonomischen Faktoren Schuld an der derzeitigen wirtschaftlichen Misere.

"Heute folgen wir zwei globalen Illusionsmaschinerien: Hollywood und "Wollywood" - das Blendwerk der Filmindustrie und der Finanzmärkte in der Wallstreet." Dr. Malik zeigt, dass Geld und die Fokussierung auf Finanzfaktoren alleine keine ausreichenden Management-Kriterien darstellen. Die einseitige Überbetonung dieser Faktoren sieht er als einen Grund für die jetzigen Probleme. Shareholder-Value alleine löst das Problem dabei nicht. Ein Unternehmen ist mit seiner gesamten Komplexität zu führen und die Fokussierung auf Zahlenaufbereitung für Wirtschaftsprüfer oder Finanzmarkt-Bewertungen deckt diese Vielschichtigkeit nicht ab.

Die aktuelle Wirtschaftskrise sieht Dr. Malik als Begleiterscheinung - ähnlich den Geburtswehen - für eine Transformation der "alten" in die "neue Welt". "Die neue Welt ist charakterisiert von hoher Komplexität und Vernetztheit. Die Instrumente der alten Welt funktionieren da nicht mehr." Mechanistische Grundgedanken müssen daher einer kybernetischen Sicht weichen. "Manager brauchen heute ein Denken, dass über die Betriebswirtschaftslehre hinaus geht." Die Kriterien der vorwiegend amerikanischen Management-Modelle mit Shareholder-Orientierung haben ausgedient. Der Kundennutzen und die Konkurrenzfähigkeit müssen ins Zentrum gesschoben werden.

Neben diesen dargestellten Grundsatzüberlegungen zur heutigen Management-Praxis zeigt Dr. Malik, dass mit vernetzten kybernetischen Instrumenten in kurzer Zeit neue Unternehmenslösungen gefunden werden können. In mehreren Beispielen wird deutlich, dass diese Instrumente schnellen, effizienten und nachhaltigen Erfolg bewirken. In einem ungefähr dreitägigen Workshop können so für Unternehmen neue Erfolgsfaktoren entwickelt werden. ´"Und bisher war kein einziger Fall dabei, wo die Geschäftsführer der jeweiligen Firmen die entwickelten Lösungen je zuvor bedacht hätten. Vielmehr wird die neue Sichtweise - bis zu 40 Personen arbeiten in vernetzten Settings an der Entwicklung mit - auf das Unternehmen gelobt."

Abschließend gibt Dr. Malik den FamilienunternehmerInnen noch zwei wesentliche Management-Tipps für die alltägliche Praxis mit: "Wer Wahrheit als Führungsprinzip und Sinn als Motivation einsetzt, wird großen Erfolg haben."



Prof. Dr. Hermann Frank
Strategie und Erfolg von Familienunternehmen

Dr. Hermann Frank, Familienforschungsinstitut der WU Wien, berichtet über eine Studie, die Familienunternehmen nach Erfolgsstrategien befrägt.

 Die Studie wählt einen ressourcenorientierten Ansatz und misst die Ressourcen Familyness (Familieneinfluss), unternehmerische Orientierung, Lernorientierung, Marktorientierung und Stärken und Schwächen im Konkurrenzvergleich. Die empirische Studie befragte im Herbst 2008 mittels Fragebogen 632 Unternehmen - Zweidrittel davon waren Familienunternehmen (exakt 432).

Die Ergebnisseder Studie weisen den Familienunternehmen in folgenden Bereichen signifikante Stärken aus: ausgeprägte unternehmerische Orientierung sowie ein hoher Wert bei Innovationen neuer Produkte oder Dienstleistungen. Zudem finden sich signifikant höhere Werte bei Organisation, Beschaffung und Leistungserstellung. Auch in punkto Personal zeigen Familienunternehmen durchschnittlich bessere Werte in den Dimensionen Qualifikation, Motivation und Verfügbarkeit. Signifikant höhere Ausprägung zeigte sich bei der Eigenschaft "Selbständige ("unternehmerische") MitarbeiterInnen". Nicht ganz unüberraschend ist außerdem der Stammkundenanteil und die Kundenbindung bei Familienunternehmen besser ausgeprägt.

Resümee des deskriptiven Vergleichs von Familienunternehmen und Nicht- Familienunternehmen:

  • Stärken in Beschaffung, Organisation und Produktion
  • Höheren Stammkundenanteil
  • Ausgeprägte unternehmerische Orientierung als strategische Grundhaltung