6 Fragen an Dr. Marion Tenge …

6 Fragen an Dr. Marion Tenge …

1.08.2017

Warum haben Sie sich für eine berufsbegleitende Promotion entschieden?
Unmittelbar nach Abschluss meines Studiums kam eine Promotion für mich zunächst nicht in Frage. Ich hatte ein attraktives Jobangebot von einem internationalen Markenartikelunternehmen erhalten. In den kommenden 10 Jahren meines Berufslebens hat mich in unterschiedlichen Unternehmen und Positionen immer wieder der „digitale Wandel“ begleitet. Ein Thema, das ich auch persönlich hoch spannend finde. Insofern war für mich mein Interesse an der Fragestellung wie Unternehmen diesen Wandel für sich nutzen können, der ausschlaggebende Grund für die Promotion.
Sie haben sich für das Doktoratsprogramm in Management Science der Universität Lettlands, Riga, entschieden. Warum?
Das Programm ist sehr gut auf die speziellen Bedürfnisse von Kandidaten ausgerichtet, die voll im Berufsleben stehen und trotzdem promovieren möchten. Es bietet neben einem richtungsweisenden Bezugsrahmen viel Freiraum und bedarfsgerechte Unterstützung. Durch die aktive Teilnahme an nationalen und internationalen Konferenzen erhält man vielfältige Gelegenheiten zum Netzwerken und neue Erkenntnisgewinne für das eigene Forschungsvorhaben. Hinzu kommt, dass die Universität Lettlands eine ausgezeichnete Reputation in Forschung und Lehre besitzt.
Wie lautet der Titel Ihrer Dissertation? Warum haben Sie dieses Thema gewählt?
Der Titel lautet: „Social Software Platforms and Ecomomic Need Satisfaction of Airport Organization – A Social Capital Approach“. Fragestellung war, wie Flughäfen die Konvergenz von sozialen und technologischen Netzwerken nutzen können, um ökonomische Ziele zu erreichen. Mein Dissertationsthema treibt mich auch beruflich um. Ich leite am Hannover Airport die Abteilung Unternehmensentwicklung. Hier geht es ja auch grade darum, den Einfluss bedeutender exogener Faktoren – wie der zunehmenden digitalen Vernetzung – auf die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Unternehmens zu bewerten und entsprechende Strategien abzuleiten.
Wie sah ein typischer Arbeitsalltag während der Promotion bei Ihnen aus?
Während meiner Promotion habe ich Vollzeit gearbeit, d.h ich habe mich tagsüber komplett auf meinen Beruf konzentriert. Die Abende und Wochenenden habe ich für Literaturrecherche über Online-Datenbanken oder Bibliotheken genutzt. Anschließend ging es dann darum, die Erkenntnisse für die eigene Arbeit zu bewerten und zu verarbeiten. Situativ kam dann noch die Vorbereitung von Präsentationen für Forschungskonferenzen oder die Erstellung von Publikationen dazu. 2 Tage pro Woche habe ich mir in der Regel für Freunde, Familie und Sport freigehalten – das war wichtig, um zwischendurch wieder Kraft zu tanken.
Was haben Sie aus Ihrer Studienzeit mitgenommen? Inwiefern können Sie die während des Doktoratsstudiums erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten in Ihrem Beruf nutzen?
Eine berufsbegleitende Promotion erfordert viele der Eigenschaften, die auch eine erfolgreiche Karriere ausmachen. Vor allem die Soft Skills hinter einer Promotion sind für den Arbeitgeber interessant: Methodenkompetenz, Selbstdisziplin, Kritikfähigkeit, Neugier auf Unbekanntes, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit zum Vernetzen. Auf mein internationales Netzwerk der Promotionszeit greife ich beruflich noch heute gerne zurück.
Welchen Tipp würden Sie Interessentinnen und Interessenten an einem berufsbegleitenden Doktoratsprogramm geben?
Es ist wichtig, sich vor der Themenfindung die Frage zu stellen, warum man promovieren möchte, und sie ehrlich zu beantworten. Wenn die Motivation nur aus dem Wunsch nach einem Titel besteht, wird es eine lange und steinige Reise. Ein derartiges Projekt sollte man nicht aus reinem Geltungsbedürfnis angehen.
Der Erfolg einer Promotion hängt auch maßgeblich davon ab, sich Unterstützung zu sichern und Netzwerke auf verschiedenen Ebenen zu nutzen: beruflich, wissenschaftlich und privat. In Situationen, in denen Schwierigkeiten auftauchten und die Arbeit stockte haben mir neben meinem Doktorvater auch meine Familie und meine Doktoranden-Kollegen geholfen, weiter auf Kurs zu bleiben.
DIE DISSERTATION
PUBLIC SOCIAL SOFTWARE PLATFORMS AND ECONOMIC NEED SATISFACTION OF AIRPORT ORGANIZATIONS – A SOCIAL CAPITAL APPROACH DER DOKTORVATER
Prof. Dr. Hannes Lachhammer


Prof. Dr. Hannes (Johann) Lachhammer studierte und promovierte im Fach Betriebswirtschaftslehre an der LMU in München. Bis 2008 war er Professor am Fachbereich Betriebswirtschaftslehre der Hochschule Augsburg.
Prof. Dr. Lachhammer ist Vorstand des Instituts  für Organisationsforschung und Systementwicklung – infos (http://www.infos-lachhammer.de/) in München, Fachreferent auf zahlreichen Symposien, Mitglied verschiedener Gremien und hat zahlreiche Veröffentlichungen.
Die SMBS – University of Salzburg Business School begleitet das Doktoratsprogramm in Management Science der Universität Lettlands, Riga, als administrativer Partner im deutschsprachigen Raum.
Im Rahmen dieser Kooperation wurde Prof. Dr. Hannes Lachhammer von der Universität Lettlands, Riga, als Supervisor / Doktorvater für das Doktoratsprogramm in Management Science akkreditiert. Wir freuen uns sehr, dass Herr Prof. Dr. Hannes Lachhammer erfolgreich als Supervisor / Doktorvater mit den ihm anvertrauten Doktorandinnen und Doktoranden arbeitet. Die erfolgreiche Promotion von Frau Dr. Marion Tenge stellt dies eindrücklich unter Beweis.