Finanzen kontrollieren – Mitarbeiter motivieren!

Finanzen kontrollieren – Mitarbeiter motivieren!

7.06.2016

Worum handelt es sich beim „Directors Program“ der SMBS?
Wir bieten einen berufsbegleitenden Zertifikatslehrgang an, der bisher zweimal vorwiegend für Aufsichtsräte durchgeführt wurde. Heuer im Sommer wird es eine Weiterentwicklung dieses Programms geben, wobei die Zielgruppe sehr viel breiter definiert wird. Ursprünglich bestand die Idee darin, Aufsichtsräten, die ja eine wichtige Kontrollfunktion einnehmen, zentrale Themen wie die Überwachung
der Gesetzmäßigkeiten, Strategien und ethisch moralisch richtiges Verhalten in Unternehmen noch näher zu bringen. Diverse Finanzskandale haben klar gemacht, dass man nicht bloß ehrenhalber in einem Aufsichtsrat sitzt, sondern dass man eine zentrale Funktion besitzt. Insbesondere dann, wenn Aufsichtsräte ausgetauscht werden, gibt es einen großen Bedarf Inhalte zu erlernen, die
bei der Ausübung dieser Tätigkeit helfen können. Man muss vor allem wissen, wie man einen Jahresbericht liest, wie man eine Bilanzanalyse erstellt und man muss beurteilen können, ob ein Unternehmen in Sachen Strategie und Human Ressourcen gut unterwegs ist.
Und ab jetzt können etwa auch Geschäftsführer von mittleren Betrieben am Lehrgang teilnehmen?
Ja, ab dem dritten Durchlauf macht eine breitere Zielgruppe durchaus Sinn, auch wenn man zugeben muss, dass wir eine gewisse Spreizung haben. Der klassische Aufsichtsrat wäre verglichen mit der Gesetzgebung wie das kontrollierende Parlament zu sehen, während der Geschäftsführer für die ausführende Exekutive, also die Regierung stünde. Zweiterer muss bestimmte Regeln beachten und übernimmt teilweise auch mit seinem Privatvermögen die Haftung, kann dafür aber auch viel bestimmen und eine gewisse Macht ausüben. Der Aufsichtsrat ist dann dazu da, alle Abläufe zu kontrollieren. Es ist spannend, wenn sozusagen beide Seiten einer Medaille in einem Kurs sitzen. Beide werden über die gesetzlichen Vorschriften aufgeklärt und erfahren dabei etwas über die Perspektive des Anderen. Das Grundlagenwissen ist bei vielen Teilnehmern bereits da, aber auch die Profis haben stark vom „Directors Program“ profitiert. Was natürlich an den erfahrenen Referenten liegt, die wir gewinnen konnten. Sie kommen aus den führenden Consulting Unternehmen „Ernst & Young“ und „PricewaterhouseCoopers“. Dadurch können wir unseren Teilnehmern praxisorientierte Inhalte und erfahrungserprobte Werkzeuge garantieren. Man weiß, dass unsere Referenten sehr gute Rechnungsprüfer sind, uns hat aber vor allem überzeugt, wie perfekt sie ihre Vorträge gestalten. Sie gehen speziell auf die Zielgruppen ein und können Fragen die auftauchen verständlich und einfach beantworten.
Wie gestaltet sich der organisatorische Ablauf des Programms?
Das „Directors Program“ beginnt am 1. Juli und besteht aus fünf Modulen zu je eineinhalb Tagen. Acht bis zehn Referenten sorgen für eine gewisse Dynamik. Der Kurs beginnt jeweils am Freitag um 14:00 Uhr und findet am Samstag ganztägig statt. Zudem gibt es ein kleines Rahmenprogramm. So führen wir etwa ein Kamingespräch im Schloss Urstein, bei dem ein Referent ein paar provokante Gesprächspunkte anschneidet. Danach gibt es ein gemütliches Beisammensein, bei dem Netzwerke geflochten werden können.
Neben finanztechnischen Aspekten geht es im Programm vor allem auch um das Thema Mitarbeiter. Worauf ist diesbezüglich besonders zu achten?
Behandelt wird der Themenkomplex Human Ressource Management. Es geht darum, wie ein Unternehmen die richtigen Mitarbeiter gewinnt und diese auch behält. Für Aufsichtsräte ist es generell wichtig zu beurteilen, wie ernst der Faktor Mitarbeiter vom Unternehmen genommen wird. Es geht um Mitarbeiterführung und darum, wie Mitarbeiter kontrolliert werden, sich an Regeln und Gesetze zu halten. Deshalb ist es wichtig, schon beim Rekrutieren von Mitarbeitern, die richtigen Leute zu finden. Es ist zwar eine Standardfloskel aber eine die absolut stimmt: Das wichtigste Kapital einer Firma sind ihre Mitarbeiter. Ein Aufsichtsrat muss nicht nur kontrollieren, ob die Zahlen stimmen, sondern ein weiterer wichtiger Aspekt ist, wie es um die Mitarbeiter, deren Aus- und Weiterbildung sowie um den sozialen Umgang mit ihnen bestellt ist. Das ist ganz entscheidend dafür, wie ein Unternehmen wahrgenommen wird.
Der Kampf um die bestqualifizierten Mitarbeiter wird immer intensiver. Wie gelingt es Unternehmen diesbezüglich konkurrenzfähig zu bleiben?
Abhängig von der Branche werden die Bemühungen sehr gute Mitarbeiter einzustellen immer größer. Wer in einem Unternehmen Verantwortung trägt, muss daher dem zentralen Punkt des Employer Branding eine entsprechende Rolle zukommen lassen. Das heißt, welchen Ruf hat die Firma, die neue qualifizierte Mitarbeiter sucht? Ist das Unternehmen so gut, dass es die besten oder eben nur die zweit- und drittbesten Arbeitskräfte bekommt? Da gibt es ganz bestimmte Strategien der Unternehmen sich zu positionieren. Das Gehalt wird immer ein wichtiger Aspekt bleiben, aber es ist nicht mehr wichtiger als etwa ein gutes Arbeitsklima oder der Aspekt einer wirklich sinnvollen Arbeit nachzugehen. Viele Umfragen bestätigen, dass es den Mitarbeitern besonders wichtig ist, dass ihre Arbeit sinnhaft ist und eine bedeutende Rolle spielt. Auch die Wertschätzung ist ein wichtiger Faktor. Es geht also darum, ein Klima zu schaffen, das attraktiv ist.
Welche inhaltlichen Aspekte werden zukünftig im „Directors Program“ wichtig sein?
Viel Wert muss man meiner Meinung nach heutzutage auf das Thema Corporate Social Responsibility (CSR) legen. Soziale Verantwortung, Ethik und Moral sind nicht mehr nur Sonntagsthemen. Was tatsächlich in der Praxis passiert und wie die Dinge eigentlich laufen müssten, lässt eine große Kluft offensichtlich werden. Wir hatten beispielsweise im letzten Jahr vier oder fünf Anfragen von chinesischen Kunden, die wollten, dass wir einen Kurs für Moral Behaviour entwickeln. Sie wachsen in einem Umfeld auf, in dem Erfolg alles ist. In Wahrheit ist es bei uns in vielen Fällen nicht anders. Der Erfolg rechtfertigt alle Mittel. Schön langsam bemerkt man allerdings, dass unlautere Mittel das ganze System unterminieren.
Aber kann man faires Verhalten und soziale Verantwortung in einem Kurs erlernen?
Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass man sich mit der Realität nicht abfinden darf. Wenn wir das nicht thematisieren, dann haben wir schon verloren. Wenn die Gesellschaft reagiert, mit einer gewissen Ausdauer an dem Thema dranbleibt, dann wird es Dinge verändern. Verantwortung steht auf jeder Homepage der großen Unternehmen. Das war vor Jahren nicht so. Und der Vorteil ist wenn sie sich dann nicht daran halten, dann kann man sie am Schopf packen. Den Faktor CSR kann man nicht oft genug betonen. Es kann keine Ausbildung mehr geben, in welcher dieser Bereich nicht thematisiert wird.