„Letztlich geht es mehr um Werthaltungen und Einsatz, als um ein Erfolgsrezept“

„Letztlich geht es mehr um Werthaltungen und Einsatz, als um ein Erfolgsrezept“

18.08.2015

Herr Kirchmeier, Sie haben bereits drei akademische Ausbildungen an der SMBS absolviert, darunter den Lehrgang zum Master of Business Law (MBL). Was waren Ihre Beweggründe für eine Ausbildung im wirtschaftsjuristischen Bereich?
In meiner beruflichen Praxis, insbesondere in der Unternehmenssanierung und als Geschäftsführer,  habe ich sehr häufig mit juristischen Themen zu tun.
Ich war auf der Suche nach einer umfassenden, fundierten und doch kompakten Ausbildung, die neben dem Beruf absolviert werden kann. Der MBL-Lehrgang schien mir die beste Lösung zu sein. Diese Einschätzung hat sich für mich deutlich bestätigt.
Der Lehrgang ist seit der Curricularen Änderung im Jahr 2011 auch für Nicht-Juristen zugänglich. Wie empfanden Sie die Zusammensetzung der Gruppe aus Juristen und Absolventen anderer Studienrichtungen?
Ich halte die erwähnte Zusammensetzung der Gruppe für ein sehr wesentliches Erfolgskriterium des Lehrganges. Die Kombination von Juristen und Nicht-Juristen aus unterschiedlichen Berufsfeldern und Staaten führte zu einem  intensiven, fruchtbaren Erfahrungsaustausch und neuen Erkenntnissen sowie einem besseren wechselseitigen Verständnis. Diese Erfahrungen möchte ich keinesfalls missen.
Wie wichtig ist eine wirtschaftsjuristische Ausbildung in Ihrem beruflichen Umfeld? Welchen persönlichen Nutzen konnten Sie aus dem Lehrgang ziehen?
In der Praxis werde ich mit einer Fülle an juristischen Themen konfrontiert. Mein Ziel war es, vor allem meine Sensibilität für juristische Themen weiterzuentwickeln, um rechtzeitig den Beratungs- und/oder den Handlungsbedarf zu erkennen, um dann allenfalls gemeinsam mit Spezialisten eine optimale Lösung zu finden.
Durch die intensivere Auseinandersetzung mit verschiedenen Rechtsmaterien hat sich mein Interesse verstärkt, so dass ich mich mehr mit der Fachliteratur beschäftige oder weiterführende Seminar besuche und selbst versuche Lösungsansätze zu entwickeln. Bei wichtigen Themen erachte ich aber doch eine Beratung durch spezialisierte Rechtsanwälte, sowohl aus fachlichen Gründen, als auch aus Haftungsgründen für unumgänglich.
Was zeichnet den Lehrgang in Ihren Augen besonders aus und würden Sie ihn an Freunde und Bekannte weiterempfehlen?
Den Lehrgang zeichnen aus meiner Sicht folgende Aspekte aus:

  • Die inhaltliche Zusammenstellung des Lehrganges war ausgewogen und entspricht im Wesentlichen den Anforderungen wie ich Sie in der Wirtschaft wahrnehme.
  • Die Vortragenden zeichneten sich durch hohe fachliche Qualifikation, persönliches Engagement und unprätentiösen Umgang mit den Studierenden aus.
  • Dort wo konstruktives Feedback angebracht war, wurde dieses in den meisten Fällen auch angenommen.
  • Die bereits angesprochene Gruppenzusammensetzung.

Ja, ich kann den Lehrgang sehr empfehlen. Der Bedarf in der Praxis ist jedenfalls gegeben.
Sie blicken auf eine außergewöhnliche Karriere zurück. Welche weiteren Ziele haben Sie sich gesteckt und wie lautet Ihr persönliches Erfolgsrezept?
So banal es klingen mag, aber mein Ziel ist es, etwas zu tun was mir Freude macht. Das heißt nicht, dass es immer lustig sein muss, aber es soll mich inhaltlich und menschlich interessieren, mich fordern und mir Entwicklungsmöglichkeiten bieten.
Was ich tue, möchte ich möglichst gut erledigen. Das bedeutet, dass ich mich mit meiner Aufgabe identifiziere und hohen Einsatz zeige. Wichtig ist auch die Balance zu finden zwischen hoher Qualität und dem oft gebotenen Pragmatismus.
Wichtig ist mir, dass ich in meiner Arbeit einen Sinn erkennen kann. Diesen Sinn muss letztlich jeder für sich selbst definieren.
Ich bin sehr vorsichtig bei dem Begriff „Erfolgsrezept“. Auch das muss jeder für sich selbst finden und ständig anpassen. Für mich ist es unverzichtbar sich die Neugier im positiven Wortsinn, nämlich offen sein für Fremdes und Neues, zu erhalten.
Letztlich geht es mehr um Werthaltungen und Einsatz, als um ein Rezept.
Herzlichen Dank für das Interview!