Management-Ausbildung am Puls der Zeit

Management-Ausbildung am Puls der Zeit

22.03.2018

Die Salzburger Nachrichten haben unseren Geschäftsführer Prof. Dr. Gerhard Aumayr zu den aktuellen Trends und Herausforderungen am Weiterbildungsmarkt befragt. Ein spannendes Interview, welches wir gerne mit unseren Alumni teilen möchten

Herr Prof. Aumayr, wie haben sich die Anforderungen an gutes Management – und damit auch an die Inhalte guter Managementausbildungen – in den vergangenen Jahren verändert?

Prof. Aumayr: Für mich scheint es heutzutage wichtig, den Begriff des „Managements“ um den Gedanken des Leaderships zu er­weitern. Natürlich ist es für Executives in der Wirtschaft ent­scheidend zu verstehen, wie budgetäre Entscheidungen getroffen werden, welche rechtlichen Aspekte beachtet und umgesetzt werden müssen, was das Marketing tut oder welche Steuergrößen relevant für den unternehmeri­schen Erfolg sind. Das fällt für mich in den Bereich des klas­sischen Managements und wird in unseren MBA-Program­men intensiv in den ersten beiden Semestern gelehrt.

Um als Schlüsselkraft wirkungsstark handeln und damit die erlernten Instrumente erfolgreich umzusetzen zu können, braucht es darüber hinaus den Aspekt des Leaderships: Wie gewährleiste ich, dass meine Strategien, meine Vision und das Leitbild des Unternehmens eine stimmige Einheit bil­den und die Mitarbeiter begeistern und motivieren? In wel­che Richtung geht es in der Zukunft, und wie gewährleiste ich, dass das Team geschlossen diesen Weg geht? Wie im­plementiere ich die Gedanken von Entrepreneurship und Innovation in meiner Firma? Das sind für mich Themen, die heutzutage immer mehr an Bedeutung gewinnen und eine nachhaltige Unternehmensdifferenzierung und damit ei­nen langfristigen Erfolg gewährleisten. Das gehört zu „gutem Management“. Schließlich ist „gutes Management“ heute auch ein „gut-vernetztes Management“: nicht nur innerhalb des Unternehmens, sondern auch außerhalb – national, wie international. Die nationale sowie internationale Vernetzung bietet neue Kooperations- und Geschäftsmöglichkeiten. Eine gute Managementausbildung fördert Kontaktmöglichkeiten. Für die SMBS ist das nichts neues, unsere Programme sind genau darauf ausgerichtet.

Was sollte anno 2018 fixer inhaltlicher Bestandteil jedes MBA-Programms sein?

Prof. Aumayr: Das Wichtigste aus unserer Sicht ist in der heutigen globalisierten Welt ein internationales Mindset zu haben und praxisrelevant „Out-of the Box“ denken zu können. Internationalität – und damit einhergehend die besten internationalen Referenten und Vortragenden aus Forschung und Praxis –  ist bei uns Programm: In den Auslandsmodulen, die bei den meisten Masterprogrammen 50% und mehr der gesamten Präsenzzeiten ausmachen, werden unsere Executives aufgrund unserer jahrelangen und intensiven „Freundschaften“ mit Top Unis weltweit mit Fallbeispielen und zu erarbeitenden Lösungsversuchen konfrontiert, die es schlichtweg in Österreich so nicht gibt.

So wurden wir beispielsweise letzte Woche  bei unserem Studienaufenthalt an der University of York in Toronto zur innovativsten Start Up Initiative Kanadas eingeladen (Toronto Starts) und haben auch im Stronach Center for Innovation im Magna Headquarter die zukünftigen Challenges im  Automobilsektor speziell in Hinblick auf Environment und Entrepreneurship diskutieren können. In Washington D.C. an der Georgetown University, einer der renommiertesten Universitäten der Welt – werden diese Woche unsere MBA Studierenden  mit den Entscheidungsvorbereitern für Politik und Wirtschaft – nämlich den Think Tanks Cato, Heritage Foundation und Brookings – konfrontiert und dort, mit hochrangigen Vertretern in Diskussion treten. Die Gruppe der Health Care Manager, ca. 60% sind Ärzte in Managementfunktionen, werden erstmals Gelegenheit erhalten, das größte medizinische Forschungslabor der Welt, das National Institut of Health, zu besuchen und sich über die neuesten Entwicklungen und Forschungsergebnisse und u.a. mit einem dort in leitender Funktion arbeitenden österreichischen Spitzenwissenschaftler und Mediziner auszutauschen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist das Rollenbild von Leadership und Management: Entrepreneurship and Creativity, Environment and Sustainability, Networking and Flexibility, New Technologies and Artificial Intelligence und das sich daraus ergebende Rollenbild von Leadership und Management, das sind die zukünftigen, nein, die eigentlich bereits eingetretenen Herausforderungen, auf die wir unsere Studenten vorbereiten müssen. Ich denke wir sind auf einem guten Weg, sonst würde mit uns nicht als einzige universitäre Business School im deutschsprachigen Europa eine hochrenommierte Universität in New York City ein Double Degree Programm ab Herbst dieses Jahres anbieten. Damit erhalten die Studierenden ein Studienpaket aus bestem internationalen Knowhow, up-to-date-Management- und Leadershiptechnken, besten Referenten an Top-Unis, Zugang zu erstklassigen Einrichtungen sowie Kontakte zu Top-Vertretern und Entscheidern sämtlicher Branchen. Diese Bestandteile dürfen in keinem MBA-Programm anno 2018 fehlen.

Welche Trends stellen Sie darüber hinaus im Bereich MBA/Managementausbildung aktuell fest?

Prof. Aumayr: Der MBA wird kürzer und flexibler: Reduzierung von Präsenzzeiten zugunsten virtueller Lernformen. Der MBA muss parallel zu Job und Familie möglich sein. Flexibles Lernen als Bestandteil und das bei höchster Qualität: Die Studierenden möchten den aktuellen Anforderungen der nationalen und internationalen Wirtschaftswelt gerecht werden, d.h. mehr Fokus auf Leadership-Kompetenzen, Spezialisierungen, gesellschaftliche Verantwortung sowie Projekt- und Prozessmanagementkompetenzen. Sie haben den Anspruch, da gelernte umgehend beruflich umsetzen zu können und dadurch bereits während der Präsenzphasen Fortschritte in Ihrer eigenen Arbeit und Karriere zu sehen, Akademischer Grad MBA + Top-Qualität der Inhalte + Vollzeitberufstätigkeit in einem Package, das sind DIE entscheidenden Kriterien berufstätiger Studierender.

MBA-Programme bzw. andere Managementausbildungen wurden ursprünglich für Menschen mit nicht-wirtschaftlichen Ausbildungen, die in Führungspositionen gelangen, entworfen. Wie sieht die typische Teilnehmergruppe eines MBA-Programms heute aus?

Prof. Aumayr: Sehr heterogen: Unterschiedliche Branchen: Gesundheitsbranchen, öffentliche Verwaltung, Profit- und Non-Profitorganisationen. Die Studierenden wollen Managementkenntnisse erwerben und vertiefen bzw. auf den aktuellen Stand bringen sowie erfolgreich umsetzen. Die Studierenden bringen hohe Berufserfahrung mit -10 Jahre und mehr sind keine Seltenheit.

Wie beurteilen Sie die Angebotssituation auf dem MBA-Markt heute, quantitativ und qualitativ?

Prof. Aumayr: Der postgraduale Ausbildungsmarkt ist in den letzten Jahren immer dichter geworden. Neue Anbieter drängen auf den Markt, gleichzeitig müssen viele diesen aber wieder verlassen, weil sie es nicht schaffen, langfristig Erfolg zu haben. Unserer Meinung nach setzt sich Qualität durch: Kriterien, wie die intensive Anbindung an eine Universität, in unserem Fall die Universität Salzburg, hochkarätige Vortragende, die laufend auf ihre Qualität hin evaluiert werden, die Kooperation mit renommiertesten internationalen akademischen Einrichtungen, die kontinuierlich neuen Input bringen sowie die Möglichkeit für die Studierenden, sich in den modular aufgebauten Präsenzwochen sowie bei Rahmenveranstaltungen zu vernetzen, überzeugen: So sind unsere MBA Programme in den letzten Jahren bis auf den letzten Platz ausgebucht und wir gehen 2018 bereits in das 18. erfolgreiche Jahr unseres Bestehens.