“Nach der MBL Ausbildung hatte ich eine Reihe von „Aha“- Erlebnissen, konnte das Gelernte mit tatsächlichen Praxisfällen verknüpfen.”

“Nach der MBL Ausbildung hatte ich eine Reihe von „Aha“- Erlebnissen, konnte das Gelernte mit tatsächlichen Praxisfällen verknüpfen.”

2.12.2015

Frau Mag. Auer, was war damals Ihr beruflicher und akademischer Hintergrund als Sie sich für die Teilnahme am MBL Lehrgang entschieden haben?
Ich hatte ein klassisches Jus-Studium absolviert und bin beruflich bei einem Zulieferer der Automotivindustrie eingestiegen. Es hat sich schnell herumgesprochen, dass eine Juristin mit an Bord ist und so bekam ich Anfragen zu den diversesten Themen – Zollrecht, Steuerrecht, Arbeitsrecht, den Aufbau eines Umweltmanagementsystems etc. Mein juristisches Fachwissen wurde geschätzt, aber mir selbst wurde gleichzeitig klar, dass mir der unternehmerische und betriebswirtschaftliche Gesamtkontext fehlte. Ich wollte die Hintergründe der Anfragen verstehen, um zielgruppengerechter agieren zu können.
Da sah ich die Ausschreibung des SMBS zur Ausbildung im Bereich Business Law und entschied mich für die Teilnahme.
Was war für Sie bei der Ausbildung besonders relevant?
In der Ausbildung wurde mir erst so wirklich die Vielfalt der Verflechtungen zwischen Wirtschaft und Recht bewusst. Die Lehrmodule waren praxisrelevant angelegt, gingen auch in Themen wie Personalmanagement und betriebliches Steuerrecht hinein.
Zu dieser Zeit erlebte ich gleichzeitig beruflich eine sehr intensive Phase, unser damaliger Unternehmensstandort als Automobilzulieferer sollte geschlossen werden. Somit ging es für mich um profunde arbeitsrechtliche Fragestellungen, Verhandlungen mit dem Betriebsrat und natürlich auch darum, die Sorgen von Beschäftigten, die zur gleichen Zeit noch Leistung erbringen mussten, wahrzunehmen. Ein wahnsinnig intensiver Einstieg in meine berufliche Karriere also.
Hier half es mir zum einen sehr, die fachlichen Grundthemen noch tiefer zu verstehen. Zum anderen bildete sich mit den anderen Mitstudierenden –  eine heterogene Gruppe aus Notariats- und Rechtanwaltsanwärtern sowie Kollegen aus der Wirtschaft – ein informelles Netzwerk, in dem ich mich ebenfalls fachlich austauschen und Rat einholen konnte.
Wie konnten letztendlich die Unternehmen, in denen Sie seither tätig sind, aktuell Stiegl, von Ihrer Ausbildung profitieren?
Die MBL Ausbildung hat mir grundsätzlich einen neuen, gesamtheitlicheren Blick auf Unternehmen ermöglicht. Ich hatte danach eine Reihe von „Aha“- Erlebnissen, konnte das Gelernte mit tatsächlichen Praxisfällen verknüpfen. Wer Zusammenhänge kennt und versteht, der agiert einfach professioneller und mit mehr Glaubwürdigkeit, entwickelt sich dadurch persönlich weiter und bekommt mehr Verantwortung übertragen. Davon profitiert zum einen das Unternehmen, zum anderen natürlich auch die eigene Karriere.
Wem empfehlen Sie aus Ihrer Sicht die Business Law Ausbildung?
Ich empfehle sie definitiv als Ergänzung zu einer klassischen juristischen Ausbildung  für Juristen, die etwa in ihrem Beruf mit Themen wie Bilanzen, dem Unternehmensteuer-, Arbeits- oder Wettbewerbsrecht konfrontiert werden. Bei Wirtschaftsabsolventen kann ich mir ebenfalls vorstellen, dass in einigen Bereichen umgekehrt mehr juristische Hintergründe benötigt werden, etwa im HR Bereich, der Geschäftsführung etc.
Abschließend, was sind für Sie derzeit in der Praxis ein „Hot Topic“ des Unternehmensrechts?
Es ist definitiv ein Fakt, dass wir in Österreich in den vergangenen Monaten und Jahren mit einer Flut  von neuen gesetzlichen Regelungen, man könnte es auch eine „Überregulierung“ nennen, konfrontiert werden. Sowohl rechtliche Zusammenhänge als auch wirtschaftliche Hintergründe dieser zu verstehen, hilft ungemein die relevanten Aspekte der Regulierungen zu erkennen und so  Unternehmen gut und sicher innerhalb der Vorgaben zu bewegen. Es muss definitiv eine „Lähmung“ der Unternehmen vermieden werden.
Für mich ist das wirklich ein Hauptpunkt für den Wirtschaftsstandort Österreich. Wir dürfen uns in unserer Arbeit nicht hindern lassen, müssen uns auf das unternehmerisch Wesentliche konzentrieren, dafür braucht es fähige Menschen, die hier mit Faktenwissen und Hausverstand agieren.
Mir ist es abschließend wichtig zu sagen, dass es bei einer Ausbildung wie dem MBL meiner Meinung nach nicht per se darum geht, einen akademischen Titel zu erlangen. Es geht darum, sich ein profundes Know How für die Praxis anzueignen, vernetzt zu denken und zukünftig umsetzungsorientiert zu handeln.

Mehr Informationen zum Programm finden Sie unter: https://www.smbs.at/studium/studium/master-programme/master-of-business-law-mbl.html